Der Satzspiegel legt fest, wo auf einer Seite
Texte und Graphiken bzw. Bilder liegen und welche Maße und Abstände
sie haben. Dies wird häufig auch als das Layout einer Seite bezeichnet.
Der Satzspiegel gerät bei technischen Dokumenten und Lehrbüchern, die
Information kompakt und zusammenhängend präsentieren sollen, leicht in
den Konflikt zwischen Ästhetik und Funktion. Zuweilen wird jedoch übersehen,
dass auch die Ästhetik eine Funktion besitzt nämlich die beim Leser
Gefallen und damit Akzeptanz zu finden. Konzipiert man ein Dokument vollkommen neu, so ergibt sich dafür
folgende sinnvolle Vorgehensweise:
1. Festlegung des Seitenformats
2. Definition des Satzspiegels
3. Festlegen des Gestaltungsrasters und der
Textspalten
4. Festlegen von Text und Stilelementen
5. Anlegen des Dokuments und Eingabe des Inhalts
6. Feinkorrekturen im Umbruch
Ist die Seitengröße festgelegt gilt es, im nächsten Schritt den Satzspiegel innerhalb der Seiten zu definieren. lm erweiterten Sinne sind dies alle jene Bereiche der Seite die bedruckt werden. Abbildung
4-2 zeigt dazu einige typisch vorkommende Elemente bzw. Bereiche. Dazu gehören der eigentliche Textbereich einschließlich der Fußnoten, die zumeist vorhandene Seitenziffer die als bezeichnet wird, und die eventuell vorhandene Randspalte, welche die Typographen Marginalspalte oder Marginalien nennen. Zusätzlich können noch Kopf und Fußzeilen vorhanden sein, die man in der Typographie als Kolumnentitel bezeichnet, weil sie zumeist über einer Textspalte (Kolumne) stehen und oft Zusatzinformation wie etwa den Titel des Kapitels in der Textspalte angeben.
Nicht alle gezeigten Teile werden jedoch im engeren Sinne zum Satzspiegel gezählt. Die Seitenziffer (Pagina), Marginalien und sogenannte tote Kolumnentitel werden nicht dazu gezählt
Ein Kolumnentitel wird als >toter Kolumnentitel< bezeichnet, wenn sich die Information darin nicht ändert. Steht dort beispielsweise nur der Name des Buchs, ein Vertraulichkeitshinweis oder das Druckdatum, wäre er tot.
Der eigentliche Satzspiegel, d.h. der Bereich, der von Text und Graphiken eingenommen werden soll du bei einem mehrspaltigen Layout alle Spalten umschließt, wird von vier Randbereichen eingerahmt. Es gilt zunächst, diese Ränder um den eigentlichen Druckbereich festzulegen.
Die Ränder werden Stege genannt, und zwar Innenstege, Kopf- und Fußsteg, sowie Außen- oder Seitensteg (siehe Abb. 4-3). Beim Innensteg, häufig noch als Bundsteg bezeichnet, sollte man den optischen und den realen Innensteg unterscheiden. Für die ästhetische Gestaltung betrachtet man zunächst nur den beim aufgeschlagenen Buch sichtbaren Innensteg. Diesem wird später ein eventuell notwendiger Binderrand zugeschlagen, den man beim aufgeschlagenen Dokument nicht wahrnimmt oder der beim Binden mit Spiralen oder beim Ringordner durch die Ringe optisch etwas abgetrennt wird.