Eine einfache Heftung stellt die sogenannte Rückenstichheftung dar. Bei ihr wird der Druckbogen in der Mitte vertikal gefalzt. Nachdem die einzelnen Bogen in der richtigen Reihenfolge ineinander gelegt sind, werden sie im Falz von hinten mit zwei oder drei Metallklammern durchstochen und diese innen zusammengebogen. Dieses Verfahren erlaubt, abhängig von der verwendeten Papierstärke, bis zu etwa 32 Bogen (mit jeweils 4 Druckseiten) und damit 128 Seiten zu heften. Dieses Verfahren wird auch als Sattelstich bezeichnet.
Eine weitere, in kleinen Stückzahlen billige Bindung, die auch mit preiswerten Maschinen selbst durchgeführt werden kann und insbesondere dann geeignet ist, wenn häufiger schnell ein paar Seiten gebunden werden sollen, ist die Heißklebetechnik. Hierbei wird den einzelnen (soweit notwendig) beschnittenen Seiten oder den zusammengetragenen und im Rücken und den drei weiteren Seiten beschnittenen
Bögen im Rücken ein Klebestreifen unter Hitze aufgeschmoIzen
- in der Regel zusammen mit einem Umschlag. Häufig werden Label-Umschläge benutzt, die den Heißklebstoff bereits als Schicht im Rückenteil und schmal auch im Seitenteil enthalten. Der Leim (Kunststoff) verfestigt sich beim Kalt werden und bleibt in einem bestimmten Umfang elastisch. Auf diese Weise lassen sich Broschüren bis zu etwa 100 Seiten schnell und sauber binden. Die Haltbarkeit der Klebung lässt unter Belastung (breites Aufschlagen) jedoch zu wünschen übrig. Die Stabilität kann durch das Aufkleben eines Gazestreifens im Rücken (unter der Buchdecke) deutlich verbessert werden.
Das beste, jedoch auch aufwendigste Heftverfahren, ist das Fadenbinden. Hierbei werden, ähnlich wie beim Rückenstich, mehrere Bogen ineinandergelegt und statt mit einer Klammer oder einem Draht mit einem Faden geheftet. Solche zusammengehefteten Bogen werden Lagen genannt. Der Faden wird beginnend in der Nähe des unteren Bogenrandes von außen mit einer Nadel durch den Bogenrücken gestochen und ein Stück weiter wieder von innen nach außen geführt. Dies erfolgt auf der Rückenlänge mehrmals. Die Fadenenden können danach entweder verknotet oder verklebt werden. Bei manchen Heftverfahren werden sie auch vom Faden der nächsten Lage erfasst und so
fixiert oder sie werden verklebt.
Um die Festigkeit zu erhöhen werden bei manchen Büchern die Bogen auf einen Gazestreifen genäht bzw. geheftet, wie der Buchbinder sagt. Dieser kann jedoch auch später aufgeleimt werde. Der Gazestreifen wird dabei häufig breiter als der Buchrücken gewählt und die Überstände später mit dem
Vorder- und Hinterdeckel verleimt. Der Buchblock wird danach auf drei Außenseiten beschnitten. Vor dem Einhängen des Buchblocks in die Buchdecke wird der Buchblock noch gerundet. Bei sehr dünnen Büchern kann dies entfallen. Die Rundung verleiht dem Buchblock Stabilität und Standfestigkeit und sorgt dafür, dass sich auch dicke Bücher vollständig aufschlagen lassen. Schließlich wird bei besseren Büchern oben und unten am Rücken noch ein Stoffband angeleimt, das sogenannte Kapitalband. Es verleiht dem Rückenteil oben und unten einen harmonischen Abschluss, erhöht die Festigkeit und wurde früher sogar mit farbiger Seide umstochen. Bei wirklich mit Liebe gemachten Büchern wird dabei noch ein Bändchen als Lesezeichen in den Rücken eingeklebt
- leider immer seltener.